Warum Sie Ihre Software updaten sollten

Es gibt Dinge, die werden mit einem gewissen Alter immer besser. Bestimmte Weine zum Beispiel. Oder Lederkleidung. Manchmal sogar das Erinnerungsvermögen. Aber Software sicherlich nicht.

In Kürze: Software, die Sie meiden sollten:

  • Windows 7 (Support-Ende: Jan. 2020)
  • Internet Explorer 10 (Support-Ende: Jan. 2020)
  • PHP 5.6 (Support-Ende: Dez. 2018)
  • Symfony 2.8 (Support-Ende: Nov. 2019)

Software-Updates sind etwas großartiges. Oft haftet ihnen etwas Verheißungsvolles an; die lang erwartete Lösung bekannter Probleme, generelle Verbesserungen, der nächste Schritt zur ultimativen User Experience!

Das möchte man zumindest annehmen, wobei Updates von Apps bis zum Betriebssystem gerne auch mal Diverses verschlimmbessern. Andere Updates hingegen spielen sich in den Tiefen des Codes ab und sind für ahnungslose User kaum spürbar.

Aber insbesondere wenn die Updates nachlassen und der Support irgendwann eingestellt wird, wird’s erstmal spürbar kompliziert.

Kennen Sie noch den Internet Explorer?

Wenn Ihnen jetzt nicht nur ein „Na klar” auf den Lippen liegt, sondern Sie auch noch verstohlen auf die Verknüpfung auf Ihrem Desktop geschielt haben, müssen wir reden.

Wie bei jeder Software sind Updates nach der Veröffentlichung (Release) nicht nur dazu da, Fehler (Bugs) zu beheben, sondern vor allem auch Sicherheitslücken zu schließen. Alte – oder besser veraltete – Versionen von Apps, Web-Browsern oder Betriebssystemen werden mit der Zeit immer anfälliger für Angriffe durch Schadsoftware, die ebenfalls immer weiter entwickelt wird.

Software, die nicht mehr vom Hersteller oder einer aktiven Community unterstützt wird, ist wie ein löchriger Kahn, der langsam aber sicher untergeht, ohne dass die Passagiere merken, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht.

Es gibt einfach keinen guten Grund…

Sicherheitslücken sind nicht nur ein Schlagwort, sondern ein ernsthaftes Problem, dass nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Insbesondere dann, wenn sensible Daten welcher Art auch immer auf dem Arbeitsrechner gespeichert sind, was fast immer der Fall ist: Passwörter, Kundendaten, Privates oder Geschäftsgeheimnisse – alles ist gefährdet.

Bei manchen Software-Anbietern kann mit dem End of Life, also dem Ende der Unterstützung der Software, auch ein Ende der Garantie und des Versicherungsschutzes einhergehen. Allein das sollte ein guter Grund sein, Sicherheitsrisiken ernst zu nehmen und seine Software aktuell zu halten.

…nicht auf aktuellem Stand zu sein.

Aber neben diesen Bedenken kann veraltete Software nicht nur ein Sicherheitsrisiko darstellen, sondern auch die eigene Arbeit zunehmend limitieren. Neue Software-Versionen oder gute Programm-Alternativen brauchen vielleicht ein bisschen Umgewöhnung, können aber Workflows einfacher, schneller, besser und damit wirtschaftlicher machen.

Veraltete Software hingegen kann nicht nur auf User-Seite für Mehraufwand oder beschränkte Handlungsoptionen sorgen, sondern auch seitens der Entwickler, die in ihrer Arbeit überholte Software berücksichtigen müssen.

Wenn etwa Websites auch für auslaufende Frameworks, CMS-Systeme oder Browser-Versionen – und hier ist der Internet Explorer ganz weit oben auf der Liste – nutzbar gemacht werden sollen, müssen Entwickler und Programmierer häufig aufwändige Umwege gehen, um basale Funktionen aufrecht zu erhalten.

Für Windows 7 und alle Internet Explorer-Versionen sind bei vielen Funktionen Workarounds notwendig, die z. B. bei Chrome und Firefox von Haus aus unterstützt werden.

Oder sind Ihnen Updates zu teuer?

Vielen Unternehmen ist es zu teuer, Websites, Frameworks oder CMSs auf dem aktuellen Stand zu halten, da solche Updates schon mal mehrere tausend Euro kosten können. Was an dieser Stelle aber vermeintlich gespart wird, schlägt sich in der Bearbeitung aber sehr häufig mit Mehraufwand nieder.

Workarounds werden z. B. dann fällig, wenn Browser wie der IE 9 unterstützt oder externe Anwendungen wie Facebook-Schnittstellen oder Wordpress-Plugins in eine Website integriert werden sollen, die PHP 5.6 anstatt PHP 7 nutzen.

In solchen Fällen können schonmal mehrere komplette Arbeitstage eines Entwicklers für Workarounds allein anfallen. Diese wiederum erschließen sich für andere nicht unbedingt, was bei einer späteren Bearbeitung erneut für mehr Aufwand und Kosten sorgen kann.

Unterm Strich sollten Sie Ihre Update nicht nur aus Sicherheitsbedenken immer auf dem neusten Stand halten, sondern auch, um Mehrkosten bei anfallenden Arbeiten zu vermeiden, die deutlich mehr ins Geld gehen, als Update-Kosten.


— Erschienen am 10.04.2019
Fabian Schmick