Wie Unternehmen Generationen zusammenbringen können

4 Generationen unter einem Dach

Unterschiedliche Generationen hatten es schon immer schwer miteinander: Die Alten sind zu langsam und störrisch, die Jungen zu quirlig, ungeduldig und unerfahren… Doch im Arbeitsleben kommt man nicht umhin, mit Leuten aus anderen Generationen zusammenzuarbeiten. Und das ist ganz hervorragend so!

Babyboomer und die Generationen X, Y, Z sind nur einige Bezeichnungen, unter denen Menschen verschiedener Jahrgänge zusammengefasst und mit bestimmten Eigenschaften belegt werden. Wie die meisten Typisierungen sind natürlich auch diese mit Vorsicht zu genießen und nur Zusammenstellungen durchschnittlicher und häufiger Zuschreibungen und Attribute.

Generationen_Zusammenarbeit_Unternehmen

Genauso wie die definierenden Eigenschaften der Generationen sind auch die Angaben der zugehörigen Jahrgänge nicht nur unterschiedlich, sondern häufig fließend. Das wird insbesondere dann deutlich, wenn man sich selbst einordnet und die bestimmenden Attributen auf sich selbst bezieht. Internetaffine Babyboomer gibt es schließlich ebenso wie erzkonservative Millennials.

In diesem Artikel wollen wir einen Blick auf die Aspekte werfen, in denen sich die unterschiedlichen Generationstypen aber doch oft unterscheiden – unabhängig davon, wie akkurat diese Zuschreibungen auf einzelne Vertreterinnen und Vertreter der Generation zutreffen oder eben nicht. Denn aus ihnen lassen sich trotzdem Maßnahmen und Möglichkeiten für eine erfolgreiche, positive und letztlich produktive interne Unternehmenskommunikation ableiten.

Die Herausforderungen

Kommunikation

Die älteren Generationen wie Babyboomer und die Generation X kommunizieren häufig eher zurückhaltend, manch einer würde sie vielleicht sogar als reserviert bezeichnen. Sie sind klare Strukturen gewohnt und schätzen feste Hierarchien.

Genau diese Hierarchien werden von Millennials hingegen als einengend wahrgenommen. Sie wollen selber Verantwortung übernehmen, selbstständig und kollaborativ arbeiten und schätzen persönliches Feedback zu ihrer Arbeit.  Dabei sind sie nicht auf ein bestimmtes Medium festgelegt und für Rückmeldungen braucht es nicht immer ein offizielles Mitarbeitergespräch.

Neue Technologien

Auch in diesem Punkt können sich Generationen unterscheiden. Die Generation X steht neuen Technologien oft eher skeptisch gegenüber – ist sie doch mit dem Internet, Smartphones und Co. nicht aufgewachsen.

Anders bei den Millennials und insbesondere der Generation Z: Sie begegnen neuen Technologien meist sehr offen und neugierig und nutzen sie viel intuitiver.

Dieses Ungleichgewicht birgt natürlich Konfliktpotenzial: Ältere Teammitglieder fühlen sich technisch von den jungen abgehängt, fachlich – aufgrund der längeren Erfahrung – jedoch überlegen.

Zusammenarbeit

Das Verständnis für eine gute Zusammenarbeit resultiert aus den beiden oben genannten Aspekten. Die jüngere Generationen arbeiten flexibel zusammen – unterschiedliche Kommunikationsmedien oder dezentrales Arbeiten gehören für sie von Beginn ihres Arbeitslebens mit dazu. Wichtiger als der Arbeitsort und die Arbeitszeit ist ein gemeinsames Ziel, an dem man zusammen, aber doch selbstständig arbeitet.

Die Lösungen

Es ist ganz natürlich, dass sich unterschiedliche Lebens- und Arbeitserfahrungen, die die unterschiedlichen Generationen gemacht haben, auf die Bedürfnisse und Ansprüche an den Arbeitgeber auswirken. Für diese ergeben sich daraus bestimmte Herausforderungen, doch bereits vermeintliche Kleinigkeiten können die Zusammenarbeit erleichtern und verbessern.

1. Regelmäßiges Feedback geben

Auch wenn nicht allen Generationen Feedback gleich wichtig ist, können alle davon profitieren, wenn es konstruktiv eingesetzt wird. So verpufft Top-down-Feedback beispielsweise häufig. Direktes und regelmäßiges Feedback, zum Beispiel nach Meetings und Projektabschlüssen, kann dagegen zu einer direkten Verbesserung der eigenen Arbeit führen, wodurch Fortschritte wiederum schnell sichtbar werden. Das sorgt für Transparenz und generationsunabhängig für Wertschätzung und Motivation bei den Kolleginnen.

2. Unterschiede als Chancen wahrnehmen

Ob generationsbedingt oder nicht: Jeder Kollege bringt Fähigkeiten und Stärken mit. Die einen sind technisch versiert, kennen immer die neuesten Tools und lernen den Umgang mit ihnen schnell und einfach, die anderen blicken zurück auf jahrelange Erfahrung und sind fachlich hervorragend ausgebildet. Warum nicht voneinander lernen, statt den Gegenüber als Bedrohung wahrzunehmen?
Genauso wichtig ist aber auch, dass jede Mitarbeiterin die Chance hat, gleich gefördert zu werden. Weiterbildungsmöglichkeiten sollten alle in Anspruch nehmen dürfen, nicht nur die absoluten Überflieger.

3. Kommunikation erleichtern

Der Knackpunkt eines jeden Unternehmens: die Interne Kommunikation. Ein Anfang können unterschiedliche Kommunikationskanäle und -tools sein, die immer aktuell bespielt werden, um Niemanden außen vor zu lassen. Denn wer gut informiert ist, ist in der Regel auch motivierter.

4. Sensibel sein und zuhören

Weiterbildung ist nicht nur für die Mitarbeiter ein wichtiges Thema. Auch Führungskräfte sollten sich weiterbilden und sich in einem sensiblen Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen schulen – besonders wenn sie wissen, dass eine neue Generation von Arbeiternehmern nachrückt, die die gewohnten Abläufe in Frage stellt.

Zusammenarbeiten und zusammen arbeiten

Wo Menschen aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen Charakteren und Erfahrungen zusammenkommen, gibt es immer Konfliktpotenzial – auch im beruflichen Kontext. Wichtig ist, diesen unterschiedlichen Menschen Raum zu geben und Mittel und Wege zu schaffen, von einander zu lernen. Dann steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit quer durch alle Generationen nichts mehr im Wege.

6 Min. Lesezeit
— Erschienen am 15.05.2019
Sarah Gerbers