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Förderung für KMU: Alle Details zum Innovationsgutschein Digitalisierung in NRW

Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen vor der Herausforderung Digitalisierung. Das Förderprogramm „Mittelstand.innovativ!” des Landes NRW soll helfen, sie zu meistern. Hier lesen Sie alles Wichtige zum Was, Wer, Wie und Warum.


Es gibt viele Fragen, die die Digitalisierung aufwirft, von denen sich die meisten um Konzepte und Kosten drehen. Aber in diesem Fall ist guter Rat halb so teuer. Denn die Lösungen der Stunde heißen Beratung und Förderung. Das Wichtigste vorab:

Was wird gefördert?
Projekte für innovative und digitale Prozesse und Geschäftsmodelle; externe Analyse, Beratung und Umsetzung.

Kann der Online-Vertrieb gefördert werden?
Einfach gesagt: Ja.

Wie hoch ist der maximale Förderbetrag?
25.000 €

Wo kann man die Förderung beantragen?
Beim Projektträger Jülich – das macht Field wir für Sie.

Wozu das Ganze?
Digitalisierung ist unumgänglich, um

  • auf Marktveränderungen zu reagieren,
  • Kunden zu erreichen,
  • zukunftssicher zu sein.

Viele weitere Fragen und Details müssen allerdings etwas ausführlicher beleuchtet werden. Daher finden Sie im Folgenden wichtige Informationen zu essenziellen Aspekten zur Förderung der Digitalisierung.

Warum digitalisieren?

Für vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es an konkreten Ideen oder Mitteln, um digitale Technologien zur Vernetzung in der hauseigenen Produktion zu nutzen. Und Handlungsbedarf wird oft an ganz anderer Stelle gesehen: Die Auftragsbücher sind voll, die Zahlen stimmen und wenn es an irgendetwas mangelt, dann in der Regel an Fachkräften.

Doch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW (MWIDE) sieht das anders:

Gerade die Digitalisierung stellt immer mehr etablierte Geschäftsmodelle grundlegend auf den Prüfstand, erfordert oftmals disruptiv neuartige Ansätze und lässt dabei praktisch keine Branche unberührt. Digitalisierung definiert nicht nur die Schnittstelle zum Kunden neu, sondern durchzieht den gesamten Betriebsablauf von der Beschaffung über die Produktion und dem Dienstleistungsangebot bis hin zur Verwaltung und Steuerung der Prozesse. (MWIDE 2018)

Digitale Prozesse haben eine große Reichweite und bergen enormes Potenzial zu wirklich innovativen Ideen für Geschäftsmodelle und Prozesse aller Art. Denn so vielseitig Unternehmen sind, so unterschiedlich sind auch ihre potenziellen Digitalisierungsprojekte. Wo und in welcher Form digitale Schritte eingeleitet werden oder nicht, muss aber oft erst evaluiert werden. Das ist selten aus dem Unternehmen heraus möglich und ein professioneller Blick von außen hilft dabei, Potenziale zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen.

Was sind die Rahmenbedingungen?

Um sinnvoll Ansätze für die Digitalisierung der eigenen Prozesse zu finden, müssen zunächst einige wichtige Fragen geklärt werden:

  • Wie verändert sich der Markt?
  • Welche Möglichkeiten der Digitalisierung gibt es überhaupt?
  • Welche Risiken müssen ausgeschlossen werden?
  • Wie können Kunden in der digitalen Welt am besten erreicht werden?

Um diese Fragen zu beantworten, braucht man externe Berater. Denn klar ist, dass konkrete Maßnahmen ein gutes Konzept brauchen, das auf einer umfassenden Analyse des Unternehmens basiert, die intern schwer zu bewältigen sein kann. Ziel ist es, durch die Digitalisierung von Einzelprozesse die gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren. Genau darauf zielt die Förderung des MWIDE. Deshalb wollen wir hier ein paar Fragen auf einen Blick klären.

Was wird gefördert?

Die Förderung dient der Umsetzung von Maßnahmen zur Digitalisierung von Prozessen, Produkten, Dienstleistungen und Services. Dazu gehören die Analyse des Ist-Zustandes und der Digitalisierungspotenziale, die Konzeption von Maßnahmen und deren Umsetzung – das alles in Kooperation mit externe Dienstleistern. Dazu zählen Schritte wie:

  • Erfassen des Status Quo der Digitalisierung im Unternehmen
  • Entwicklung einer unternehmensspezifischen Strategie für digitale Geschäftsmodelle
  • projektbezogene Umsetzung von digitalen Prozessen auf unterschiedlichen Ebenen
  • Potenziale von Rahmenmodellen herausarbeiten, z. B.:
  • Internet of Things
  • Industrie 4.0
  • CPS Cyber Physical Systems

Wer wird gefördert?

Das Förderprogramm richtet sich an alle kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Standorten in Nordrhein-Westfalen mit bis zu 250 Mitarbeiterinnen. Dieser Fokus der Förderung trägt dem Umstand Rechnung, dass der Mittelstand in NRW ein wichtiger Wirtschaftsträger ist und gleichzeitig viele Unternehmen mit der Umsetzung digitaler Maßnahmen Hilfe von externen Beratern und Agenturen benötigen.

Wie hoch ist die Förderung?

Die sogenannten ‚Innovations- und Digitalisierungsgutscheine’ des Ministeriums für Wirtschaft, Digitalisierung und Energie in NRW können Projektvolumen von bis zu 25.000 € umfassen, verteilt auf eine Laufzeit von 24 Monaten. Sie teilen sich in zwei Teile:

Gutschein A (Analyse und Bewertung) wird mit bis zu 10.000 € dotiert und ist für die Analyse des Ist-Zustandes und die Entwicklung von Digitalisierungskonzepten angedacht;

Gutschein B (Befähigung und Umsetzung) dient der konkreten Umsetzung der entworfenen Konzepte und wird mit bis zu 15.000 € gefördert.

Was damit anfangen?

Die Förderung ist vor allem eine Chance für Wandel und Entwicklung. Sie bietet die Möglichkeit, Geschäftsmodelle zu analysieren und vor dem Hintergrund digitaler Entwicklungen neu zu denken. Für viele kleine und mittelständische Unternehmen bietet das eine Gelegenheit, mit Blick auf den innovativen Wettbewerb die eigenen Potenziale zu erkennen und zu erschließen. Es geht schließlich darum, das eigene Unternehmen mit frischen Perspektiven zukunftsfähig zu machen.

Dabei stehen digitale Anpassungen und Lösungen im Vordergrund, die entweder bisher nicht umgesetzt werden konnten, aber auch solche, die noch gar nicht gedacht wurde. Besonders für letztere gilt es, die richtigen Fachleute an einen Tisch zu bekommen – Experten aus dem eigenen Unternehmen ebenso wie externe Spezialisten. Der Digitalisierungsgutschein bietet dabei den finanziellen Rahmen für einen produktiven Austausch und zukunftsweisende Zusammenarbeit.

 

 

Dieser Artikel ist auf dem Stand Juni 2019. Wenn sich Förderbedingungen ändern, werden wir Sie darauf hinweisen.


— Erschienen am 04.09.2019
Thorsten Voß