Die Zukunft ist heute: Warum Unternehmen Produkte digitalisieren sollten

In Zeiten der wachsenden Digitalisierung wandert das Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens weg vom reinen Produkt, hin zu einem umfassenden digitalen Dienst rund um das eigene Sortiment. Was bedeutet das für klein- und mittelständische Unternehmen?


Der digitale Wandel treibt viele Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor sich her – mal schneller, mal langsamer. Analoge Produkte und Dienstleistungen zu digitalisieren, wird in Zukunft immer wichtiger werden. Daraus resultiert ein Wettlauf darum, wer schneller und besser versteht, welche Vorteile die Verbindung von digitalen Angeboten rund um die eigenen Produkte und Dienstleistungen mit sich bringt.

Das große Problem, gerade im unternehmerischen Bereich, liegt darin, zu erfassen, was Digitalisierung im jeweiligen Kontext bedeutet. Ein zentraler Aspekt ist die genauere Betrachtung der effektiven Vorteile für die Mitarbeiterinnen des Unternehmens bzw. für Endkunden und Nutzerinnen des Produkts oder der Dienstleistung.


Was sind digitale Produkte der Industrie?

Auf den ersten Blick lässt sich vielleicht nicht jede Art von Produkt sinnvoll mit digitalen Diensten kombinieren, aber der Eindruck kann täuschen. Selbst vor handfesten Handwerken machen der technische Umbruch und die damit einhergehende Vernetzung nicht halt – wie zum Beispiel der digitalisierte Gebäudebetrieb und Smart-Home-Lösungen zeigen. Das bringt zwar zahlreiche Vorteile mit sich, aber dafür müssen die Voraussetzung aktiv geschaffen und mitgegangen werden:
Per App von überall die einzelnen Heizkörper im Haus ansteuern und einstellen geht nur, wenn die Heizkörper mit digitalen Steuerungsmodulen versehen sind. Sensoren bemerken, wenn kühle Luft durch ein geöffnetes Fenster die Temperatur senkt, und schalten den Heizkörper ab, um Energie zu sparen. Für die Nutzerinnen ein erheblicher Vorteil. Für das Unternehmen ein unglaublicher USP, das es zum Vorreiter machen kann.

Mit vernetzten Sensoren kann jederzeit von überall der Zustand von Baustoffen und Materialien analysiert und Wartungszeiträume überblickt werden – zum Beispiel in der Elektrotechnik oder Bautechnik. Wartungsmitarbeiter müssen also nicht mehr auf Verdacht ausschwärmen, sondern können effektiv dort eingesetzt werden, wo tatsächlich Bedarf besteht. Wartungsarbeiten können so auch ganz automatisiert werden.

Strom- und Heizungsverbrauch können per Website mit Login für die Kundin vom ihr selbst eingetragen werden. Stadtwerke haben so Werte effektiver und schneller digital für die Abrechnung zur Verfügung und können Endkunden darüber Statistiken und Verbrauchshinweise anbieten.

Und dies sind nur drei der zahlreichen Möglichkeiten, die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen mit sich bringt. Reine Digitalisierung ist aber nur die halbe Miete.


Bei aller digitalen Innovation die Bedienbarkeit nicht vergessen

Überall wo Menschen digitale Produkte nutzen, muss es auch Interfaces geben. Sei es zur reinen Informationsdarstellung oder, wichtiger noch, zur Steuerung der Anwendungen. Es gilt also nicht nur die eigenen Produkte und Dienstleistungen mit digitalem Nutzen zu versehen, sondern auch die Usability zu wahren, damit Mitarbeiterinnen und Kunden ein zufriedenstellendes Erlebnis haben.

Einerseits sollten Unternehmen daher innovativ denken und handeln, um die eigenen Produkte und Dienstleistungen zukunftsfähig zu machen. Andererseits müssen die digitalen Prozesse und Daten auch den Mitarbeitern und Kundinnen gleichermaßen in bedienbarer und einfacher Art und Weise zur Verfügung gestellt werden. Digitalisierung funktioniert nur, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt, nachhaltig denkt und keine Angst davor hat, Neues zu wagen. Denn bei aller Vernetzung bietet Digitalisierung vor allem ungeahnte Möglichkeiten in Flexibilität und Anwendungsformen. Und das oft dort, wo man es nicht erwartet hätte.


— Erschienen am 14.06.2019
Christopher Schneider