Brauchen Sie eine Multipage – und wenn ja: wie viele?

Endlich ist es soweit: Die Chefs haben ihr Okay gegeben – es werden Zeit und Geld in die Hand genommen, um eine neue Unternehmenswebsite an den Start zu bringen – und klar, es soll eine Multipage werden: eine Website mit Startseite, Menü und verschiedenen Unterseiten, die klassische Website also. Aber ist das wirklich die richtige Wahl? In diesem Blogartikel zeigen wir, was eine Multipage eigentlich ausmacht.

Content is king

Gerade Unternehmen, die länger am Markt sind, haben in der Regel schon recht viel Content erzeugt – auch wenn dieser oft gar nicht als solcher wahrgenommen wird. Trotzdem ist die Seite voll mit Inhalten zum umfangreichen Produkt- oder Leistungsportfolio, der besonderen Gründungsgeschichte oder Vision, verschiedenen Teams und Abteilungen, usw. Und auch wenn es immer sinnvoll ist, sich zu fokussieren, sollen alle relevanten Inhalte natürlich Platz auf der Website finden. Das heißt: Der Content braucht Raum, den ihm eine Multipage durchaus bieten kann. Denn eine solche Website verfügt über ein Menü oder eine Navigation, über die die unterschiedlichen Aspekte des Unternehmens übersichtlich dargestellt werden können. Gleichzeitig bietet die Startseite in der Regel einen Überblick, fokussiert wird sich dann auf der jeweiligen Unterseite.

Bei einer guten Strukturierung ist es für die Nutzerinnen und Nutzer so ganz einfach, genau den Inhalt zu finden, den sie benötigen.

Extras gefällig?

Die Website soll noch mehr können, als nur Inhalte abbilden? Es soll z. B. ein Produkt-Konfigurator integriert werden? Auf einem Onepager kann das ein Problem werden, auf einer Multipage dagegen finden auch erweitere Funktionalitäten ihren Platz.

Suchmaschinenoptimierung: Und was sagt Google?

Nichts gegen Onepager, aber wenn es um Suchmaschinenoptimierung geht, haben Multipages ganz klar die Nase vorn, denn auf ihnen können Sie alles abbilden, was Google gern mag:

  • Keywords: Haben Sie die relevanten Keywords für Ihre Themen identifiziert, können Sie sich auf den jeweiligen Seiten austoben. Auf einer Multipage haben Sie gute Chancen, die für Sie wichtigsten Suchbegriffe und -phrasen sinnvoll unterzubringen.
  • Überschriften: Insbesondere die H1 sollte passend zu den Keywords gewählt sein, ist sie doch die wichtigste Überschrift, die auch entsprechend prominent platziert ist. Wenn die Multipage dann noch auf jeder Seite eine H1 hat – was will man (und Google) mehr?
  • Fokussierung: Durch die verschiedenen Unterseiten vermischen sich die Themen nicht. Und da Google monothematische Seiten gern gut bewertet, sind Sie klar im Vorteil.
  • Links: Hier kommen vor allem die internen Links ins Spiel, denn diese sind in Sachen SEO nicht zu unterschätzen. Verlinken Sie Ihre Unterseiten und Themen sinnvoll miteinander. Es zahlt sich aus!

Was Sie beachten sollten

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sind Multipages eine gute Lösung, doch wie immer gilt es auch in diesem Fall die ein oder andere Sache im Hinterkopf zu haben:

Auch wenn Sie auf Ihrer Multipage viel Platz und Möglichkeiten zur Entfaltung haben, fokussieren Sie sich. Zwar macht eine Multipage nur Sinn, wenn eine gewissen Contentdichte vorhanden ist, die sich nicht auf einem Onepager abbilden lässt. Trotzdem ist es wichtig, die eigenen Inhalte gut und sinnvoll zu strukturieren und fokussiert aufzuarbeiten.

Das gleiche gilt übrigens auch für das Design. Komplexe Effekte wirken auf einer Multipage oft übertrieben und verwirrend – und können im schlimmsten Fall noch für unverschämt lange Ladezeiten sorgen, ohne dass eine steigende Funktionalität den Einsatz rechtfertigen würde.

Vergessen Sie nicht: Ihre Unternehmensseite ist nicht für Sie programmiert worden, sondern für Ihre Nutzerinnen und Nutzer. Diese sollen sich auf der Seite gut zurecht finden, ein gute User Experience haben und genau das finden, was sie brauchen. Der erste Schritt auf dem Weg vom unbekannten Website-Besuche hin zum Neukunden ist damit getan.


— Erschienen am 26.06.2019
Dominik Deimel