5,5 Tipps für erfolgreiche SEO auf Onepagern

Reduzierter, dafür fokussiert auf den Punkt gebrachter Content, ein tolles Design und keine Zeit für komplexe Programmierungen? Klingt, als wäre die Entscheidung schon gefallen: Ein Onepager muss her!

Doch so einfach ist das nicht. Denn wie sieht es eigentlich in Sachen Suchmaschinenoptimierung bei Onepagern aus?

SEO und Onepager? Never ever!

Um es kurz zu machen: SEO und Onepager sind kein Dreamteam – was schlicht und ergreifend an der grundsätzlichen Struktur dieser Art Website liegt. Denn was macht eine gute SEO aus? Es sind die unterschiedlichen Überschrift-Typen, Meta Description, Page Title, aufeinander abgestimmte URL und die dazugehörigen, monothematischen Unterseiten, die ein Thema inhaltlich gut und fokussiert aufarbeiten – und am besten intern sinnvoll miteinander verlinkt sind. Hat man diese grundsätzlichen Dinge bedacht, stehen die Chancen gut, dass die Seite gut in der Suchmaschine rankt.

Und der Onepager? Hat nur eine URL, nur einen Page Title und in der Regel auch nur eine H1. Und auch wer dachte, dass es gar nicht so viel zu erzählen gibt und sich vielleicht gerade deshalb für einen Onepager entschieden hat, bindet doch noch eine Produktübersicht, einen „News“- und „Über uns“-Bereich auf der Seite ein und vermischt somit schlussendlich doch verschiedene Themen. Das gute Ranking wäre damit hinüber.

Und es geht doch: Suchmaschinenoptimierung für Onepager

Heißt das also, dass man sich von dem Konzept Onepager alleine aus SEO-Gründen am besten direkt verabschieden sollte? Ganz klar: Jein.

Onepager eignen sich hervorragend für Seiten, die nur für einen begrenzten Zeitraum erstellt werden und auf die Nutzer und Nutzerinnen nicht unbedingt über die Suchmaschine sondern einen konkreten Link gelangen – ein Beispiel sind Veranstaltungseinladungen oder Gewinnspielseiten, die z. B. nur für die Dauer der Fußball-WM laufen. Wenn diese Seiten nicht optimiert sind, ist das also durchaus zu verschmerzen.

Soll die Seite aber über die Suchmaschine gefunden werden, muss sie entsprechend optimiert sein. Und ein gutes Ranking ist möglich, wenn man einige Punkte im Hinterkopf behält:

1. Alles ausschöpfen

Der erste Punkt ist so einfach wie komplex: Onepager sind schwieriger für die Suchmaschine zu optimieren als z. B. Multipages, also klassische Websites mit Unterseiten. Gerade darum ist es umso wichtiger, wirklich jede SEO-Möglichkeit auszuschöpfen.

2. On-Page-SEO nutzen

Onepager bieten nicht nur wenige Möglichkeiten für eine allgemeine SEO, sondern im speziellen auch für On-Page-SEO. Page Title, Meta Description usw. sollten also das wichtigste Keyword enthalten und sinnvoll aufeinander abgestimmt sein.

3. Content strukturieren

Apropos Content: Gerade bei Onepagern, die allen Content, den sie haben, auf einer Seite präsentieren, ist es wichtig, sich genau zu fragen: Was wollen die Nutzerinnen und Nutzer eigentlich wann lesen? Die Reihenfolge und Struktur der Inhalte ist bei dieser Art Website wenn nicht für Google dann doch für die Nutzer wichtig, damit sie sich auf der Seite überhaupt zurecht finden.

Zu dieser Contentstrukturierung gehört auch, sich thematisch zu fokussieren und auf der einen Seite, die der Onepager bietet, auch wirklich nur ein Thema, z. B. seine Dienstleistung oder ein spezielles Produkt zu präsentieren.

4. Effekte sparsam nutzen

Ein Argument, das fraglos für Onepager spricht, sind die zahllosen Gestaltungsmöglichkeiten und Effekte, die sie mitunter zu optischen Highlights machen. Doch bei aller Liebe zum ausgefeilten Design, wenn die SEO nicht aus den Augen gelassen werden soll, sollten auch Onepager responsiv sein – und das bedeutet, zumindest auf der mobilen Version lieber auf den ein oder anderen Effekt zu verzichten, wenn diese mobil nicht reibungslos funktionieren. Denn lange Ladezeiten und fehlerhafte Darstellungen können dazu führen, dass Nutzerinnen die Seite schnell wieder verlassen – was sich wiederum negativ auf das Ranking auswirken kann.

5. Crawlability beachten

Crawlability beschreibt, die Lesbarkeit der Website für die Suchmaschine. Kann Google die Seite gut erfassen, ist der Grundstein für ein hohes Ranking gelegt.

Das bedeutet vor allen Dingen ein penibles Testing vor Live-Gang der Seite. Denn in der Regel werden Seiten heute sehr schnell indexiert – und Google verzeiht es nicht, wenn eine Seite erstmal fehlerhaft an den Start geht. Das Testing sollte daher alle wichtigen Punkte umfassen:

  • Programmierung: Diese sollte absolut sauber sein und keinen überflüssigen Code enthalten, sondern nur die nötigsten Informationen.
  • Sprungmarken: Diese sind nicht nur für die Nutzer wichtig, um die Navigationen auf dem Onepager nutzen zu können. Sie sind auch für Google zentral und benötigen darum eine ganz klare Bezeichnung. Die reine ID, die zwar technisch genügen würde, ist da eben nicht ausreichend – die Suchmaschine freut sich über eine klare Beschreibung.
  • Barrierefreiheit: Dieser Begriff meint die Zugänglichkeit der Seite für Menschen mit Behinderung. Sie schließt z. B. einen gut strukturierten Text, Skalierbarkeit von Schrift oder die Navigation über die Maus und Tastatur mit ein.

5,5. Ergänzung durch Unterseiten

Okay, streng genommen ist eine Website kein Onepager, wenn sie aus mehr als einer Seite besteht. Trotzdem kann es aus SEO-Sicht sinnvoll sein, die Startseite als Onepager zu gestalten und alle wichtigen Infos zu einem Thema dort zusammenzufassen und aufzubereiten. Weiteren Content, auf den man nicht verzichten möchte, kann dann auf Unterseiten ausgelagert werden. Wichtig ist aber, inhaltlich fokussiert zu bleiben und nur das Thema der Hauptseite weiterzuspielen. So stehen die Chancen gut, dass Google die Seite trotzdem als monothematisch wahrnimmt und entsprechend gut rankt.

SEO für Onepager? Na klar!

Onepager für die Suchmaschine zu optimieren, ist nicht einfach – so viel ist klar. Fest steht jedoch, dass es auch für diese Art Website Möglichkeiten für die Suchmaschinenoptimierung gibt, die genutzt werden sollten. Wer sich die hier vorgestellten Punkte in Erinnerung ruft, kann mit einem kleinen, aber feinen und sinnvoll aufgebauten Onepage gute SEO-Erfolge erzielen.

Doch bei aller Liebe zur Suchmaschine gibt es eine Art der Optimierung, die bei jeder Seite – egal ob Multipage, Onepager oder Webshop – im Vordergrund stehen sollte: die für den Nutzer. Die Seite muss so aufgebaut sein, dass er dort genau die Informationen finden, die er benötigt, und zwar so strukturiert, dass er sich zurecht findet.


— Erschienen am 11.05.2019
Lucas Janczik